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The Taste of Tomorrow

Live Today, Love Tomorrow, Unite Forever
Wo Sergio Herman, Nick Bril und andere Spitzenköche auf Superstars der Elektro-Musikszene treffen: Tomorrowland. Das legendäre Open-Air-Festival verwandelt die kleine belgische Stadt Boom alljährlich in ein gigantisches Party-Märchenland – in dem auch der Genuss nicht zu kurz kommt.

Bericht von Nina Kaltenbrunner

Vor morgen ist nach morgen. Das Wummern der Bässe in der Magengegend hat sich längst gelegt, die unzähligen Eindrücke haben sich gesetzt, und auch die scheinbar ewig anhaltend gute Partylaune ist Wochen nach Tomorrowland 2017 ebenfalls wieder dem Alltagsgroove gewichen. Nur die Erinnerungen sind lebendiger denn je. Höchste Zeit für einen Rückblick auf drei unvergessliche Tage in diesem einzigartigen Mikrokosmos.

Tomorrow was? Als die Einladung, nach Boom zu reisen, ausgesprochen wurde, hatte ich zugegebenerweise noch niemals zuvor von dem Festival gehört. Nach einer schnellen Web-Befragung wandelten sich meine Vorbehalte punkto Menschenmassen und Riesenveranstaltungen generell jedoch sehr schnell in große Neugier. Unglaubliche Bilder eindrucksvoll gestalteter Mega-Bühnen, märchenhafte Lichtshows und Videos, die eine unglaublich mitreißende Stimmung auf den Bildschirm transferierten, sagten: Wow, schau dir das doch an! Zumal das Hauptaugenmerk der Reise ja auf die kulinarischen Aspekte des Festivals gelegt wurden. Also gut, einmal muss man das gesehen haben, sagte ich mir und den Organisatoren zu. In mittlerweile aufgeregt-vorfreudiger Partylaune reisten wir an. Schon im Shuttle zum Festivalgelände breitete sich dieses unbeschreibliche Tommorowland-Glücksgefühl aus, freudig bis euphorisch passierten wir die Security-Checks und wurden von einer eigenen Welt inhaliert, in der man alles, was draußen ist, ganz schnell vergisst.

Das Areal, ein riesengroß angelegtes, parkartiges Erholungsgebiet mit Teichen, Brücken und Hügeln, ist Alice-in-Wonderland-artig perfekt durchgestylt, von den blumenförmigen Mistkübeln bis hin zur rosenduftschnaubenden Drachenbühnenkonstruktion, von Akrobaten, die auf der riesigen Hauptbühne halsbrecherische Kunststücke aufführen, bis hin zu feenartigen Wesen in Schmetterlingskostümen, die Seifenblasen-blasend zwischen dem Partyvolk lustwandeln; von den designten Gastroständen, an denen mit einer eigenen Währung – Tomorrowland Pearls – bezahlt wird, bis hin zu Chill-out-Zonen mit Hängematten zwischen überdimensionalen bunten Pilzen – das Auge wird nicht müde, Neues zu erspähen, man weiß gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Der Strom meist exzentrisch kostümierter Besucher jeden Alters reißt einen mit, man wird Teil einer fröhlich-lustvollen Menschenmasse, die über Brücken mit eingravierten Liebesbotschaften von einer Bühne zur nächsten tänzelt und von Dancefloor zu Dancefloor schwebt. Wir stoppen beim „Garden of Madness“, unter einem von der Decke hängenden Garten auf einer schwimmenden Insel spielt feinste House Musik, an den Turntables Nick Bril. – Moment. Nick Bril? Der Spitzenkoch und Betreiber des legendären Antwerpener Lokals „The Jane“? Ja, genau der. Der langjährige Wegbegleiter Sergio Hermans, der ebenfalls auf dem Festival mit seinem „Geheimen Restaurant“ vertreten ist – einem diskret-elitären Charity-Gastroprojekt, ist maßgeblich am kulinarischen Konzept des Festivals beteiligt. Er kuratiert nicht nur die Sparte „Taste of the World“, die die Lieblingsrezepte von TL-Besuchern aus der ganzen Welt zusammenträgt und vor Ort von ihnen nachkochen lässt. Auch das „The Jane“ ist mit einem Streetfood-Ableger im Tomorrowland präsent und kredenzt der hungrigen Masse feinste Hotdogs, etwa mit Karotte und Tahini, bunte Salate und coole Drinks. Darüber und daneben befinden sich ein Top-Seafood-Restaurant sowie ein Steakhouse, in dem die besten Cuts von trocken gereiftem Rindfleisch serviert werden.

Kulinarik, das ist augenscheinlich, ist den Betreibern von Tomorrowland ein großes Anliegen, hohe Qualität – von den Pommes bis zu den Austern – ist das einzige Kriterium, das für sie zählt. So gibt es für jeden Gusto und jedes Budget etwas, Pizza, Curry, Kebab, Burger, Sushi, Thai- oder vietnamesische Gerichte – alle Küchen dieser Welt sind schmackhaft in den Foodcourts vertreten. Käse- und Bier-Degustationen werden ebenso angeboten wie frische belgische Waffeln oder die mittlerweile legendären gefüllten Fleischbällchen des jungen belgischen Unternehmens „Balls & Glory“. Entsprechend erinnern die Duftwolken, die über der bunten Gastrozone schweben, mehr an internationale Foodfestivals und asiatische Straßenküchen denn an das, was man sonst von musikalischen Riesenevents so kennt.

An besonders exponierten Stellen befinden sich verschiedene Restaurants und VIP-Areas mit freiem Blick auf die eindrucksvolle Main Stage beziehungsweise über das märchenhafte Festivalgelände, wo man sich nicht nur im Sitzen wieder etwas regenerieren, sondern auch wirklich gut essen kann. Im „Aperto“ etwa, einem cool gestylten Glashaus direkt neben der Musikhöhle „The Cage“ („enter if you dare“), hat an jedem der drei Tage pro Wochenende ein anderer Spitzenkoch seinen großen Auftritt. Rekrutiert aus dem Pool der „Flanders Kitchen Rebels“, stellen am ersten Festivalwochenende 2017 die mehrfach ausgezeichneten Jungköche Tom Van Lysebettens („Cochon Deluxe“), Broes Tavernier („'t vijfde seizoen“) und Nils Proost („Petit Cuistot“) ihre kreativen Küchen vor und verwöhnen in reservierten Timeslots von jeweils einer Stunde die Festivalbesucher mit drei Gerichten aus vorwiegend belgischen Zutaten. Die passende Weinbegleitung und eigens von namhaften belgischen Chocolatiers kreierte Süßigkeiten runden die kurzweilige Gourmet-Session ab, und man kann sich gestärkt wieder ins Party-Geschehen stürzen. Wer es ganz besonders exquisit haben möchte, bucht sich einfach seinen persönlichen „B-Eat”-Mix aus DJ- und Küchenstar und lässt sich in intimer Atmosphäre backstage kulinarisch wie musikalisch verwöhnen. Alles ist möglich im Tomorrowland.

Apropos backstage: Angrenzend an den Festivalbereich befindet sich „Dreamville“, ein Campingplatz der anderen Art; eigentlich mehr ein vibrierendes kleines Dorf, durchgestylt von A bis Z, das – wie auch die Foodcourts – für jeden Geschmack und jedes Budget das Passende bietet. Neben Unterkünften, vom kleinen Designzelt über Bungalows bis hin zur Luxus-Mansion, bietet man Yoga, Beachvolleyball, Whirlpools, Shops, Restaurants, eine eigene Radiostation und Party bis in die Morgenstunden, wenn die 18 Festivalbühnen bereits den Strom abgeschaltet haben. Aber aufgepasst: Es soll schon passiert sein, dass Dreamville-Bewohner beinahe ihre eigene Hochzeit verschlafen haben – heiraten kann man hier nämlich auch! Unmengen lebendiger Schmetterlinge und eine exzentrisch kostümierte Entourage inklusive. Dringender Tipp: Wer das Festival 2018 besucht, sollte unbedingt hier wohnen!

Die Registrierung für die Tickets startet übrigens heute, am 9. 1. 2018, um 17 Uhr und ist notwendig, um am 20. 1. um 17 Uhr ein Ticket zu erwerben. PS: Üblicherweise sind die Karten innerhalb einer Stunde restlos ausverkauft.

Infos unter: www.tomorrowland.com

Tomorrowland 2017 – das Video:
www.youtube.com/embed/6dVFy4d61gU?rel=0&autoplay=1