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Bauer

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Küchenzeiten: Mo. 18–22, Di.–Fr. 12–14, 18–22
Inhaber: Walter Bauer
Küchenchef: Michael Feierabend
Sommelier: Oliver Papez
Sitzplätze: 35
Kreditkarten: Amex, Diners, Mastercard, Visa, Hobex
Walter Bauer, den wir als lebende, nicht aber urbane Legende bezeichnen, wenngleich in der Innenstadt, ist einer der meistrespektierten und beliebtesten Patrons Wiens. Sein Lokal verzichtet auf Brimborium und besitzt keinen Internetauftritt, es ist von seiner Persönlichkeit und seiner Sicht der Dinge geprägt. Ein Restaurant mit einem starken Patron, in dem der Patron das Sagen hat. Moden und Vergänglichkeiten haben bei ihm Lokalverbot. Das schätzen Bauer-Gäste, Habitués des guten Essens und Trinkens, die hier ihre Ruhe haben. Das mögen auch Wien-Besucher, denn das Lokal liegt in einem der schönsten, denkmalgeschützten Grätzl der Innenstadt. Bauers Weinkarte ist legendär, hier steht DRC neben günstigen Trouvaillen aus Frankreich und Entdeckungen aus Österreich. Mike Feierabends Küche nimmt sich zurück, liefert verlässliche Qualität. Den kleinen Leberkäse als Amuse-Bouche gibt es immer noch, und man findet heraus, wie gut trockener Champagner dazu passt. Das Carpaccio kommt dem Vorbild aus Harry’s Bar in Venedig gefährlich nahe. Liebe zum Detail erfreut auch bei einem vermeintlich simplen gemischten Blattsalat. Dann Trüffelrahm-Nudeln, wobei die Weiße Trüffel, wie es sich gehört, bei Tisch über das Gericht gehobelt wird, sodass der Gast die olfaktorische Wucht in aller Fülle mitbekommt. Immer wieder gelingt Feierabend einer seiner bevorzugten Fische, der Zander, gerade richtig, mit krosser Haut, dazu Puntarelle und Kerbelrübe sowie Perlgraupen. Ein Gericht, zu dem ein weißer Burgunder im Glas keine Fehlbesetzung ist. Das Reh mit Topinambur, Grünkohl und Birne ist dann nochmals ein Highlight, bevor es mit Maroniknödel mit Trauben und Nussbröseln ins süße Finale geht. Moderne Wiener Klassik – wer sie sucht, findet sie hier.
Michael Feierabend, © FOLTIN Jindrich/WirtschaftsBlatt/picturedesk.com