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Eckel

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Küchenzeiten: Di.–Fr. 11.30–14.30, 18–22, Sa. 11.30–16, 18–22
Inhaber/innen: Eckel GmbH, Christine Mueller-Zarl
Küchenchefin: Maria Zarl-Eckel
Sommelière: Angelika Jensen
Sitzplätze: 130
Kreditkarten: Diners, Mastercard, Visa, Hobex, Maestro
Es ist ein Stück vom alten Wien, Schwerpunkt Döbling, Grinzing und Sievering, aber nicht deshalb steht das Restaurant Eckel auf dieser Liste. Vielleicht tut es das, weil die Küche und der Service für etwas stehen, wonach sich viele Menschen in dieser Zeiten sehnen: Qualität, Verlässlichkeit und Kontinuität. Vielleicht, weil es kein Zufall ist, dass viele Kollegen-Kritiker in ihrer Freizeit gerne bei der Familie Eckel Gast sind, um sich von den Strapazen ihres Berufs zu erholen. Sicher ist: Wenn einem nach klassischer österreichischer Küche ist, die sehr oft auch eine großbürgerliche Küche war, gibt es kaum eine bessere Adresse. Man bestelle Grießnockerlsuppe, nehme den ersten Löffel, und es wird klar, was wir meinen. Kalbshirn mit Ei, Frau Zarl-Eckel macht das in einer Qualität, als würde man in London im Le Gavroche essen. Ein Hummercocktail alter Schule, aber mit besten Zutaten (die lebenden Hummer musste die Familie nach Protesten von Tierschützern ins Souterrain verfrachten), ist etwas, was man nur hier bekommt. Der Neusiedler-See-Zander mit Spinat ist Weltklasse. Samstags gibt es Kalbsnierenbraten, nach Saison Fasan, Ente, Reh und Kitz (die Innereien, bravo!). Was für eine Freude an Güte und Schlichtheit: Spargel mit Sauce hollandaise, ein Gericht wie aus ­einem Josef-Hoffmann-Ausstellungskatalog. Nur manchmal wirkt das Essen blässlich, fehlen Würze und Pfiff, und das mag bei einer von zehn Mahlzeiten der Fall sein. Trösten Sie sich zum Dessert mit einer Omelette Luise oder zur Saison mit gebackenen Holunderblüten. Erfreuen Sie sich an einer der wirklich guten und brieftaschenfreundlichen, naturgemäß eher der Klassik verbundenen Weinkarten Wiens.
Maria Zarl-Eckel, © Eckel