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Senns.Restaurant

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Küchenzeiten: Di.–Sa. 18–21.30 (So., Mo. auf Anfrage)
Inhaber: Andreas Senn
Küchenchefs: Andreas Senn, Christian Geisler
Sommelier: Constantin Kopf
Sitzplätze: 34
Kreditkarten: Amex, Diners, Mastercard, Visa, Maestro
E-Ladestation
In der alten Glockengießerei im Gusswerk wartet Andreas Senn auf seine Gäste, lange warten muss er nicht, das Restaurant bekommt den Zuspruch, den es verdient. In der Bar-Lounge nimmt man den Champagner zu sich. Ist es Salzburg, ist es London? Senn ist ein mit allen Wassern gewaschener Chef, kontemporäre Küche hat er im kleinen Finger. Sein Versprechen: Wer bei mir isst, isst auf Spitzenniveau. Wie stellt der Gast sich das vor? Goldforelle vom Königsee, gebeizt und gegart, gefrorene Dill- und Safrankügelchen, die wie Miniperlen auftreten (unglaublich intensive Geschmäcker), Dillcreme, gegarte Zucchini, gerösteter Zucchinisud, Forellenkaviar, Chip von der Goldforellenhaut, französische Crème fraîche (aus der Bresse), sehr schön angerichtet, farblich umwerfend. Man merkt: Die Inszenierung ist manchmal verspielt, doch das Besondere ist, dass jedes Detail geschmacklich wirklich durchgetaktet ist, so bekommt man es in Europa nicht an jeder Ecke. Tristan Lobster war voriges Jahr in Salzburg und Umgebung sehr en vogue, warum nicht, ein tolles Produkt. Senn bereitet ihn perfekt zu, dazu gibt’s Kohlrabiröllchen (gefüllt mit Creme), luftig leichtes Erbsenpüree, Escabechesud (von kleinen Artischocken und Wurzelgemüse). Jeder Fisch, jeder Hummer beneidet den Lobster, dass er in diesem Sud baden kann. Entenleber wird gebraten, leicht karamellisiert, dazu passen Goldrübencreme, Nektarinenwürfel, Nektarinenpüree, Würfelchen von Räucheraal und Verjussud, verfeinert mit Apfel und weißem Portwein. Black Cod (Schwarzer Seehecht), Senns Signature Fish, trifft auf Ajoblanco, grüne Tomate und großzügig Imperial Gold Kaviar, sehr dezent, elegant. Schließlich ein weiteres Spitzenprodukt: Auf dem Holzkohlengrill gegartes, saftig zartes Ibérico Secreto, passend dazu Melanzani, Artischocke, Miso-Beurre-blanc und eingelegte Marille. Reh wird in schwarzer Pfefferkruste gebraten, ist saftig, zart, besser haben wir’s schon lange nicht gegessen, dazu karamellisierte Schalotte, winzige sautierte Eierschwammerl, gebratene Karfiolröschen und Karfiolpüree. Cassisgel, Shisokresse, Rehjus, alles ist zum Niederknien. Erschöpft, aber immer noch mit Appetit, widmen wir uns der Nachspeise: Heidelbeermousse, darauf Heidelbeergel, Yuzugel, dazu Basilikumsorbet, Kokosespuma, ein Sud von Kokoswasser und Yuzu. Erfrischung und Stärkung, man hat das Gefühl, unbeschwert nach Hause fliegen zu können. Dabei gibt es das Energiegetränk mit den Flügeln doch in einem anderen Top-Lokal in Salzburg.
Andreas See, Christian Geisler, © Lukas Jahn/SENNS. Restaurant