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Raststationen auf einer Kunstweltreise


Während der Kunstbiennale verwandelt sich die gesamte Lagunenstadt in eine Bühne für schrille Performances. Wo sich die Kunstszene kulinarisch niederlässt, weiß unsere Autorin.


Text von Andrea Schurian · Fotos von Anna Blau

Sicher, Fußgängerstau auf der Seufzerbrücke und im Gassengewirr zwischen Markusplatz und
Rialtobrücke herrscht 365 Tage im Jahr. Zwar ist seit den 1950er-Jahren die Einwohnerzahl der Lagunenstadt von 175.000 auf ein Rekordtief von knapp unter 55.000 gesunken, vor allem junge Venezianer wandern auf die Terraferma, auf das Festland, aus.

„Venexodus“ nennen es besorgte Bürger. Geht der weiter wie bisher, wird im Jahr 2038 kein Einheimischer mehr im historischen Zentrum leben. Andererseits fallen übers Jahr 20 bis 30 Millionen Menschen dem morbiden Charme der Serenissima anheim; täglich halten Hunderte Touristen ihre gefährlichste Waffe allzeit bereit: den Selfiestick. Ein Foto geht immer in dieser, wie eine Fata Morgana über dem Wasser schwebenden Stadt, von der Claude Monet einst ehrfürchtig meinte, sie sei zu schön, um gemalt zu werden.

Noch einmal 400.000 Besucher mehr kommen in den Austragungsjahren der „Sehschlacht am Canal Grande“, wie Alfred Schmeller, damals Direktor des 20er Hauses, die Kunstbiennale von Venedig so trefflich nannte. Allein in der Eröffnungswoche, die vom Juni auf die wettermäßig nicht immer wonnige erste Maiwoche verlegt wurde, feiern und befeuern 40.000 Schlachtenbummler – Künstler und Berichterstatter, Sammler und Museumsdirektoren, Kuratoren und Galeristen, Adabeis, Schöne und Reiche – das Kunstländermatch, 1895 gegründete Urmutter aller Biennalen. Und abgesehen davon, dass „Luna“, Roman Abramowitschs 115-Meter-Protzboot mit Hubschrauberlandeplatz fehlte, waren die Yacht-Anlegeplätze an der Riva degli Schiavoni wie immer gut gebucht, obwohl die Parkscheingebühren mit kolportierten 15.800 Euro pro Schiff und Tag doch im oberen Preis­segment angesiedelt sind. Ebenfalls wie immer: sehen, schauen, gesehen werden, das trübe Wasser des Canal Grande aufgewühlt von den vielen privaten Motorbooten, Taxis, Öffis vulgo Vaporetti und heillos überfüllt.

„Die Biennale ist wie eine infektiöse Krankheit, die ganze Stadt befindet sich in einer Art künstlerischer Glut“, sagt Gianni, Kellner der Osteria Al Mascaron. Das in einer Seitengasse des Campo Santa Maria Formosa gut versteckte, kleine Lokal ist in der Eröffnungswoche beliebtes Rückzugsgebiet für internationale Artisten und deren Dealer. An diesem Abend beispielsweise sitzen hier: der japanische Biennale-Teilnehmer und seine Entourage, ein US-amerikanisches Sammlerpaar, französische und belgische Kuratorinnen. Auf dem Türschild, auf Speise- und Visitenkarten: ein schwarzer, fransiger Klecks, ein paar bunte Striche – ein frecher Kobold als Logo des Lokals, dessen Namensgeber zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Fratzenmaske am Campanile der nahegelegenen Renaissancekirche war, die das böse Auge abwehren sollte. Vor vierzig Jahren schließlich verquickte der nunmehrige Besitzer Gigi Vianello italienische Tradition mit französischem Flair, mischte Alt und Neu, Belle Époque und solides Tischlerhandwerk, machte aus der Arbeiter- eine Szenekneipe. Und behängte die Wände dicht an dicht mit Bildern, Zeichnungen und Cartoons, viele davon vom Münchner Grafiker und Mascaron-Stammgast Hans-Peter Hassiepen, wie Gigis Kompagnon Momi eher widerwillig verrät. Also gut, Charmebombe ist Momi keine. Aber, grummelt er, wenn es denn besonders mascaronisch sein soll, empfehle er ein „Antipasto Misto di Pesce e Verdure“: Überbackene Cozze und solche mit Salsa Limonese, Vongole, gegrilltes Gemüse, Gamberetti, warmer Oktopus für 16 Euro liegen für venezianische Verhältnisse in der preisgünstigen Mittelklasse. So spröd der Padrone, so charmant ist Gianni. Ungefragt plaudert er über die Biennale, und weil er uns offenbar als Tedeschi identifiziert, vor allem über den deutschen Pavillon. Den finde er „eccezionale“, sagt er, den Glasboden habe übrigens einer seiner Handwerkerfreunde eingezogen.

Mit seiner Einschätzung hatte Gianni recht: Der deutsche Pavillon, den die 39-jährige Künstlerin Anne Imhof in eine Art performativen Kampfzwinger mit doppeltem Boden verwandelt hatte, wurde tatsächlich mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

86Nationen nehmen heuer an der 57. Biennale teil, sechzig sind quer über die Lagune verstreut, Kunstschwellenländer der Biennale-Welt in Palästen, Hinterhöfen, Lagerhallen, einige nur schwer auffindbar. 28 Länder haben Pavillons innerhalb der Giardini, dem vermutlich schönsten Schauplatz für internationale Kunstmodenschauen. Vor dem Österreich-Pavillon, der diesmal von der Lichtkünstlerin Brigitte Kowanz und dem One Minute Skulpteur Erwin Wurm bespielt wird, ist ein Lkw buchstäblich auf die Nase gefallen. Neun Meter ragt er, von Wurm zum spektakulären Aussichtsturm umfunktioniert, in die Höhe. Österreichs derzeit wohl berühmtester Künstler wurde dafür von der New York Times unter die zehn aufregendsten Biennale-Beiträge gelistet. Was nicht nur ihn, sondern auch seinen Galeristen Thaddaeus Ropac ziemlich freuen dürfte. Ropac zählt spätestens seit der Eröffnung seiner – nach Salzburg und Paris – mittlerweile fünften Galerie im eleganten Londoner Mayfair im April diesen Jahres zu den Big Playern des internationalen Art Business. Klar, dass kleine, feine Dinnerpartys für betuchte Sammler und einflussreiche Museumsleute zu seinem venezianischen Abendgeschäft gehören: „Ich lade meine Gäste am liebsten zu Da Ivo im Sestiere San Marco ein: super Service, gutes Essen, angenehme Atmosphäre.“

Seine Lokal-Präferenz teilt der smarte Galerist mit jeder Menge Filmstars, darunter Hollywoods schönstem Mann: George Clooney habe Venedig als Kulisse für seine Hochzeit mit der britischen Anwältin Amal Alamuddin erst gewählt, nachdem er in dem winzigen Lokal die berühmten (und nicht gerade billigen) „Ficchi con gamberetti“ und danach „Zabaglione caldo su gelato“ von Küchenchefin Giorgina Mazzero geschmaust habe. Das beteuert Ivo-Padrone Giovanni Fracassi – und bedauert im gleichen Atemzug, dass Elton John heute leider verkühlt sei. Eigentlich hätte der fürs Mittagessen mit Adoptivsohn und Ehemann mit seinem Boot am Nebeneingang anlegen sollen. Was mir der Wirt natürlich nicht verrät, ist die Wohnadresse Elton Johns an der Fondamenta San Giovanni auf der Giudecca. (Wer genügend Glück und im Hotel Bauer Palladio das richtige Zimmer gebucht hat, kann sogar einen Blick in Johns idyllischen Innenhof werfen).

Reisende zwischen Island, Portugal und Syrien, die in der Biennale-Weltordnung Nachbarländer auf der Insel Giudecca sind, rasten gleich ums Eck in der Trattoria Altanella. Die lässige, auch von Einheimischen gern frequentierte Kneipe mit der kuschelig versteckten Terrasse gehört übrigens zu Robert De Niros Venedig-Fixpunkten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Auch auf der Giudecca, allerdings nicht in der Trattoria Altanella, sondern im deutlich höherpreisigen Harry’s Dolci – einem Ableger der berühmten Harry’s Bar – bewirtet Nikolaus Ruzicska, Salzburger Galerist der Biennale-Teilnehmerin Brigitte Kowanz, seine Klientel. Harry’s Dolci und Da Ivo sind preislich in der gleichen Spitzenklasse: Vorspeisen um die 50 plus, Hauptspeisen plus/minus 100 Euro, Ausreißer nach oben jederzeit. Die „Tagliolini con tartufo bianco d’Alba“ aus Giorginas Vorspeisen-Küche kosten 90 Euro – dafür wird der Trüffel großzügig gehobelt.

Großzügig dimensioniert ist auch das Steak, das im Ivo – ebenfalls um schlappe 90 Euro – vom Grill auf dem Teller landet. „Ich koche für hungrige Menschen“, sagt Signor Fracassi fast streng: „Wer wenig essen will, muss woanders hingehen.“

Die Familie aus London – Vater, Mutter, Kind – ist extra wegen der „Tagliolini al nero di seppia“ eingeflogen. Natürlich auch wegen der Biennale, fügt der Vater hastig hinzu, und vor allem wegen den wahrlich spektakulären Ausstellungen des Kunstsuperstars Damien Hirst im Palazzo Grassi und der Punta della Dogana (beide übrigens im Besitz des französischen Multimillionärs und Ehemanns von Hollywoodstar Salma Hayek, François Pinault). Dass Hirst zu Da Ivos Stammgästen und – „ma sicuramente!“ – zu seinen persönlichen Freunden gehört, davon erzählt Padrone Fracassi. Und zeigt Hirsts mit persönlichen Widmungen versehene Zeichnungen, Fotos und Postkarten.

„Viva! Arte! Viva!“: Mit diesem kunst- und lebensbejahenden Aufruf grundiert Biennale-Direktorin Christine Macel ihre Hauptausstellung mit 120 Künstlern im Zen­tralpavillon und im Arsenal, Venedigs ehemaliger Schiffswerft. Just dazwischen liegt die Via Garibaldi, wo das linke Arbeiterherz noch hörbar schlägt. In einer Nebengasse treffen einander die Kommunisten in ihrem Parteilokal, in der Trattoria Giorgione mischen sich Künstler, Kunstwanderer und Anrainer. Eva Blimlinger, Rektorin der Akademie der bildenden Künste, isst im Gastgarten, ihr Linzer Rektorenkollege Reinhard Kannonier ebenfalls; und Christina Steinbrecher-Pfandt, künstlerische Leiterin der Kunstmesse viennacontemporary, hat drinnen zum Businesslunch mit Kuratoren, Galeristen und potenziellen Sponsoren Platz genommen. Seit mehr als 25 Jahren kocht Wirtin Ivana, Highlight ist allerdings nicht unbedingt das tadellose Essen, sondern Ivanas Mann Lucio Bisutto. Das rundliche venezianische Original überwacht den Service, erkennt seine alle zwei Jahre wiederkehrenden Stammgäste (oder tut zumindest so), serviert herrliches „Sorbetto al limone“ in großen Krügen. Und dann greift er zu seiner Gitarre, schmettert – unter lebhafter Beteiligung seiner einheimischen Gäste – italienische Schnulzen, venezianische Volks- und kommmunistische Kampflieder. Ja, echt. So kitschig. Und so schön.

Andere Kunstafficionados, wie etwa der aus Österreich stammende Medienmanager und Biennale-Stammgast Hans Mahr, tafeln lieber ein paar Brücken und Kanäle weiter feiner und diskreter in der Hostaria da Franz. Für höchstens 36 Gäste am Stück serviert Maurizio Gasparini fangfrisches Meeresgetier. Übrigens, kleiner Sidestep: Wer auf seiner Biennale-Welttournee zufällig den Gemüse- und Fischmarkt passiert, sollte in bester Gesellschaft venezianischer Trinkbrüder und -schwestern im Do Mori zumindest eine Ombra – die Wenigkeit von 100 Milliliter Weißwein – kippen. Oder auch zwei. Am Weg dorthin wäre am Campo Stefano der aserbaidschanische Pavillon zu besichtigen, den Martin Roth kuratiert hat. Der ehemalige Direktor des Victoria and Albert Museums hat den Job in London bekanntlich nach dem Brexit-Votum hingeschmissen. Dass er Aserbaid­schan, wo es um Meinungs- und Pressefreiheit bekanntlich schlecht bestellt ist, als „Blueprint für Toleranz“ bezeichnete, sorgte durchaus für heftige Diskussionen. Unter anderem bei einer Tischgesellschaft aus Fernsehdirektorin, Museumschefin, Galeristin, Kuratorin, Journalistin und einem Künstler (dem einzigen Mann am Woman-Power-Tisch) in der Trattoria alla Madonna. Ja genau, Madonna. Unter der Rialtobrücke. Touristen­trampelpfad. Nicht wirklich ein Geheimtipp, aber immer noch ultimativer Treffpunkt der Kunst-Society. „Fegato alla Veneziana“, wenn nicht da, dann nirgendwo. Seit 35 Jahren führt Lucio Rado das gediegene Gastwerk fort, das sein Vater Fulvio vor mittlerweile 63 Jahren gründete. Neun Gasträume, Steinböden, die weiß gedeckten Tische und Bugholzssessel sind eng gruppiert, trotzdem harren vor der Tür Dutzende Menschen. Glücklicherweise dachte eine der Damen an Reservierung, die weiß bejackten Kellner sind unerbittlich. Schmähs erst beim Speisenauftragen. Bis dahin: „No tavola senza riservazione!“ Heißt: Zurück an den Anfang, genauer gesagt: ans Ende der Warteschlange. Hunger?

Die Crew von Ólafur Elíasson, dem isländisch-dänischen Star-„Künstler des Unmöglichen“ (copyright: ARD), in dessen Auftrag Flüchtlinge im Zentralpavillon Lampen basteln, gibt w. o. und drängt sich stattdessen auf ein überfülltes Vaporetto. Ziel: Sant’Elena am östlichsten (und entschleunigsten) Zipfel der Stadt. Nur eine Station nach den Giardini kein Biennaletrubel, dafür lärmende Kinder auf dem Spielplatz, Parkbänke unter Bäumen, Häuserzeilen. Mittendrin die zauberhafte Osteria da Pampo. Das kleine Lokal mit den paar rot lackierten Tischen und den windschiefen Sesseln ist Frauensache von Mutter und Töchtern Chiara, Martina und Paula Gianfranceschi. Die wunderbaren „Saltata di cozze e vongole“ übrigens, die bei Da Ivo als Vorspeise um 50 Euro im saisonalen Angebot sind, gibt es bei den Damen Gianfranceschi als Hauptspeise um 13 Euro. Die „Carciofini fritti“, die erst gar nicht auf der Speisekarte stehen, sind übrigens ein geradezu ideales Gedi …, äh, Gericht, um in der herannahenden Nacht nicht im Prosecco zu ertrinken.

Aciugheta und Il Ridotto
Campo Santi Filippo e Giacomo, Castello 4357
Tel.: 041/522 42 92, 041/520 82 80
Aciugheta: kein Ruhetag
Il Ridotto: Mi. und Do. Mittag Ruhetag
Besitzer Gianni Bonaccorsi hat zwei ­Lokale nebeneinander, die zwei Gastgärten wachsen mehr oder weniger zusammen. Das wirkt von Größe und der Lage her (jede Menge Souvenirhütteln vor der Nase) zunächst vielleicht abschreckend, aber ein Besuch lohnt sich allemal. Bei Aciugheta der Pizzen wegen. Und für ­seine Kochkünste im Ridotto hat Gianni sogar einen Michelinstern bekommen. Dass am Nachbartisch die venezianische Großfamilie den Geburtstag vom Nonno feiert, sagt viel über die Lokale.
www.aciugheta.com
www.ilridotto.com

Altanella
Calle delle Erbe, Giudecca 268
Tel.: 041/522 77 80
Ruhetage: Mo., Di.
Seit der Gründung vor fast hundert Jahren ist die auch unter Anrainern sehr beliebte Trattoria nahe der Vaporetto-Station ­Palanca bereits in vierter Generation im ­Familienbesitz: Stefano steht in der Küche, Roberto dirigiert den Service. Die besonders schöne, versteckte Terrasse und die gehobene „cucina casalinga“ zu verhältnismäßig moderaten Preisen schätzte schon Ernest Hemingway. Unter den aktuellen Admiranten: Robert De Niro. Unter ­„Trattoria Altanella“ auf
www.facebook.com
zu ­finden.

Al Squero
Fondamenta Nani, Dorsoduro 943/944
Tel.: 041/296 04 79
Ruhetag: Mi.
Die kleine, urgemütliche Osteria und Bar liegt an einem Nebenkanal der Zattere. Sehr anständigen Hauswein oder Prosecco sowie eine feine Auswahl an Crostini und Panini (allesamt unter fünf Euro) kann man auch vor der Tür an der Hafenmauer mit Blick auf die gegenüberliegende Gondelwerft zu sich nehmen. Auffallend junges, meist italienisches Publikum.
osteriaalsquero.wordpress.com

Al Ponte
Calle Larga L Gallina,
Canaregio 6374
Tel.: 0348/764 32 74
kein Ruhetag
Diese winzige Bar in einer wenig touristischen Ecke muss jede/r vorm oder nach dem Essen aufgesucht haben. Wunderbare italienische Würste, würzige Käse, Weine zu geradezu lächerlich niedrigen Preisen. Weil die Osteria in der Nähe des Campo Santi Giovanni e Paolo mit ihren drei Tischchen viel zu winzig ist, um all die Ponte-Fans zu beherbergen, eine Flasche Prosecco raus auf die Stufen und mit den – meist jungen – Einheimischen in der Abendsonne ertrinken. Für etwaige Alkoholleichen ist das Krankenhaus übrigens gleich ums Eck.
www.facebook.com/ostariaalponte

Hostaria da Franz
Salizada Sant Antonin, Castello 3499
Tel.: 041/522 08 61
Ruhetag: Di.
In der Nähe zum Biennale-Hotspot Arsenal kochen Vater Gianfranco und Sohn Maurizio Gasparini in ihrer feinen, kleinen (40 Sitzplätze fassenden) Hostaria bevorzugt bestes Meeresgetier zu gehobenen Preisen. Was nicht nur Kunstafficionados, sondern auch Stars wie Nicolas Cage, Monica ­Bellucci, Zac Efron und Elijah Wood zu schätzen wissen. Leider müssen Angelina Jolie und Brad Pitt künftig getrennt bei Franz einkehren.
www.hostariadafranz.com

Do Mori
Calle di do Mori, San Polo 429,
Tel.: 041/522 54 01
Ruhetag: So.
Von der Decke hängen Kupferkessel, Schinken und Käse duften bestens, der Wein schmeckt (leider) nach mehr.  Cicchetti di baccalà und ein Ombra (oder zwei Ombre) Prosecco in dieser typischen venezianischen Cantinetta sind ein wunderbares Samstag-Vormittag-Stärkungsmittel, ehe man sich in die Biennale-Kunst-Schlacht wirft.

Harry’s Dolci
Fondamenta San Biago, Giudecca 773
Tel.: 041/522 48 44
Ruhetag: Di.
Vermutlich gibt es nur wenige Plätze, die einen noch betörenderen Blick auf Venedig bieten als die Terrasse von Harry’s Dolci, dem zur Cipriani-Family gehörigen Ableger der Harry’s Bar, Stammkneipe von Ernest Hemingway. Dolci-Chefin Carmela Cipriani setzt hier, neben vielen Klassikern der Harry’s Bar, auch das Cipriani Club Sandwich auf die Lunch-Karte, das Großpapa Giuseppe erstmals 1948 serviert hat. Galeristen bitten ihre Kunden gern zum Lunch oder Dinner hierher, wer es ein bisschen kostengünstiger anlegen möchte: Die Aussicht ist auch bei Kuchen und Kaffee am Nachmittag atemberaubend.
www.cipriani.com

Ruga di Jaffa
Ruga Giuffa, Castello 4864
Tel.: 041/241 10 62
Lässige Bar, netter Schankbereich, gute Weine, gemütliche Osteria, junges Publikum. Wer will, kann hier auch essen. Aber eher strandet man hier spätabends auf einen Drink und die berühmten Cicchetti, die venezianische Variante der spanischen Tapas. Besonders erfreulich für überzeugte Nachtschwärmer: Die Bar hat relativ lange offen.
www.osteriarugadijaffa.it

Spezialtipp: Tap Venice Eating, eine App, die man sich im iTunes App Store um 3,49 Euro herunterladen kann. Vor zwanzig Jahren hat Michela Scibilia ihren ersten Venedig-­Restaurantführer geschrieben: für Besucher und Einheimische gleichermaßen wichtigstes Nachschlagewerk auf der Suche nach authentischem Essen. Seit Neuestem gibt es die iTunes-Edition ihrer sehr persönlichen Auswahl, jedes der Lokale ist mit Webadresse und Stadtplan versehen. Tap Venice benötigt keine Internetverbindung, auch der Stadtplan kann ­offline genutzt werden.